Das Bestattungsfahrrad

Bestattungsfahrrad

Idee: 2006

Baubeginn: 2017

Fertigstellung: 2020

(Link: Reaktionen von Medien, per E-Mail und bei Facebook & Co.)

Ziel des Projekts ist, das in unserer Gesellschaft meist und stark verdrängte und versteckte Thema "Sterben, Tod und Endlichkeit" zurück in unseren gesellschaftlichen Alltag zu bringen. Und Straßenverkehr ist ein zentraler Ort für Interaktion und Kommunikation.

Das Bestattungsrad ist speziell für seinen Bestimmungszweck nach den gesetzlichen Regelungen der STVZO und der Niedersächsischen Bestattungsverordnung gestaltet und gebaut und daher viel mehr als ein Kunstwerk.

Es verkörpert einen deutlichen Gegensatz zu der Lebens- und Verhaltenspraxis des "Mehr-schneller-weiter-größer-lauter-höher....." des heutigen Alltags, nämlich:

  • Einsicht über die Selbstverständlichkeit der Endlichkeit
  • Innehalten
  • Einkehr
  • Entschleunigung
  • Den Gegenentwurf zu dem materialistischen Weltbild der westlichen Welt
  • Die Auseinandersetzung mit dem Moment, dem JETZT als Schnittstelle zwischen Vergangenheit und Zukunft
  • Die uralte Praxis, Verstorbenen das Letzte Geleit zu geben, einen geliebten Menschen gemeinsam zu Grabe bringen / tragen.

Da ich neben meiner Tätigkeit als freier Künstler, Kunsttechniker, Bühnenbildner und Geselle im Zweiradmechanikerhandwerk auch alle Kenntnisse in Schweißen, Konstruktion und dergl. besitze, war es nur allzu logisch, das "Fahrrad" als bildnerisches Mittel zu nutzen um das Thema „Sterben und Vergänglichkeit“ in unseren gesellschaftlichen Lebensalltag zu bringen.

Bewusst habe ich das Rad mit den Sarg auf der vorne, vor der Lenkung angebrachten Ladefläche gestaltet. Es zollt dadurch der Achtung und des Respekt gegenüber dem verstorbenen Mitmenschen und seinem Leben in einem sehr viel größerem Maß als den Sarg eines Leichnams im Kofferraum eines nicht einsehbaren Kraftfahrtzeugs zu verstecken.

Daher habe ich auch alle technisch-konstruktiven, gestalterischen und bildnerischen Mittel auf ein Mindestmaß reduziert. Im Zentrum des Geschehens soll -und muss- der Sarg stehen. Das Gefährt ist ausgesprochen filigran und "leicht", "licht" gebaut. Und auch nicht schwarz sondern dunkelblau.

Das Bestattungsfahrrad kann auf Anfrage von allen regionalen Bestattungsunternehmen mit mir oder einer anderen Person als Fahrer oder Fahrerin zur Verwendung angefordert werden.

Preis auf Anfrage.

Kontaktaufnahme unter:

Michael Olsen
This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

oder 0177-4334616

Fotos: Jörg Hemmen, Oldenburg, copyright!

Zum Bericht der Nordwest-Zeitung

Zum Bericht der Nordwest-Zeitung auf Facebook